2RadChaoten.com Stories Mountainbike Berichte 2008 Back im Dreck

Mit seelischer Distanz zum Geschehenen und dem Wiedereintritt in die Renn-Athmosphäre, möchte ich eine kleine Geschichte erzählen:
Alles begann am Dienstag nach dem XC in Langenlois mit einem Taubheitsgefühl in der linken Großzehe, das ich zunächst auf die leichte Schulter nahm. Doch als sich das taube Gefühl dann auf den Fußrücken und die Unterschenkelaußenseite ausgedehnt hatte und ich meinen Fuß kaum noch heben konnte, geschweige denn meine Zehen strecken, machte sich in mir Angst breit.


In Langenlois wurde geschnauft, aber die Welt war noch in Ordnung

So entschloss ich mich am Samstag, den 05.04.2008 ins AKH zu fahren, um die Sache anschauen zu lassen. Schon nach kurzer Zeit stand fest, dass ich noch am selben Tag mit der Diagnose 'Diskusprolaps L5-S1 mediolateral sequestrierend’, zu Deutsch Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule mit Druck auf die Nervenwurzel, operiert werden musste. In diesem Moment der gnadenlosen Realität stürzte meine Welt ein. Erstrangige Fragen waren zunächst nicht: „Kann ich je wieder MTB Rennen fahren?“, sondern „Werde ich je wieder grad gehen können ohne über meinen eigenen Fuß zu stolpern?“ oder „Werde ich am Häusl Probleme auf der kleinen Seite haben müssen?“.



Diesen Schock zu verarbeiten, reichte die eine Woche, die ich nach der erfolgreichen OP in der Neurochirurgie des AKH stationär bleiben sollte, nicht aus. Ich war überwältigt von der lieben Unterstützung meiner Freunde und Familie. In dieser Zeit stellte ich über Eva Leitinger, die mich von Anfang an mit Craniosakraler Therapie behandelte, den Kontakt zum Physiotherapeuten Ernst Moser her, der auch eine ganz wesentliche Rolle in meiner Genesung einnehmen sollte. Schon zwei Tage nach Entlassung begannen wir mit vorsichtigen Mobilisationsübungen. Bald wurde mir klar, dass ich mich mit einem beschwerdefreien Alltag als Rehab-Ziel nicht abfinden würde, sonder wieder Rennen fahren wollte, nämlich noch diese Saison. Ernstls klaren Anweisungen und wachsamen Augen verdanke ich, dass ich dann zuhause kontrolliert das Übungsprogramm umsetzen konnte.

Tagebuch der Rehab:

08.05. erstes Mal Stiegensteigen noch im KH
12.05. erstes Mal 20´ Nordic Walken
14.04. erste Physio-Einheit bei Ernst in der Südstadt
28.04. erstes Mal 20' Ergo gefahren
29.04. erstes Mal mit Citybike 30' draußen gefahren
07.05. Ghost Fully von der Mountainbike Revue abgeholt (danke Hubi, Lisi und Martin fürs Checken!)
08.05. erster Arbeitstag ( mit dem Rad hingefahren )
18.05. mit Fully 10' auf Waldboden gefahren
22.-25.05. Lisi, Andi, Martin, Franz und Laurenz bei der Alpentour Trophy betreut und nachher immer eine langsame Runde auf der Rennstrecke mit Rene gedreht, der mir aufgrund einer Verkühlung solidarisch Gesellschaft leistete
11.06. erste Ausfahrt mit dem Rennrad über 3 Stunden
23.06. erstes Mal locker joggen gegangen (mehr gegangen als gejoggt ;)
28.06. erstes Mal im Gelände bergauf und -ab voll belastet
30.06. erstes Mal mit Rollerskates gefahren
22.07. erster Wettkampf: Füxl Cup Lobau, Zeitfahren über 15 km
03.08. erstes XC-Rennen, Lockenhaus, ca 60´ volle Belastung


Schnell kehrt die gute Laune wieder zurück


Sylvia munterte mich oft auf

Alles in allem ein Heilungsverlauf, der alle meine Erwartungen übertroffen hat. Ich danke aus ganzem Herzen allen jenen, die mich bei meiner Genesung unterstützt haben, im Besonderen meiner Freundin Sylvia, die mir auch in den dunklesten Momenten ein strahlender Stern war, meinem Physiotherapeuten Ernst Moser, es gibt keinen besseren, meiner Craniosakraltherapeutin und lieben Sorgentante Eva Leitinger, die mir so manche Angst genommen hat, meinem Akkupunkteur Dr. Sasa Sladic, der mir auch noch die passenden Kräuter verordnet hat, FloM für ein offenes Ohr, feste Schulter und guten Rat zu jeder Zeit, meinen Eltern, die mit mir gelitten haben, und allen lieben Freunden. DANKE!


Bei der Alpentour war mehr relaxen als Betreuen angesagt - etwas mehr Sonne wäre fein gewesen!

ach ja … Eigentlich wollte ich ja auch über den XC in Lockenhaus am 03.08.08 schreiben:
Streckenmäßig eine idyllische Mischung aus Duke und Laaerberg um einen schönen See herum, im Wald über manch steile Rampe und manch tricky Abfahrt. Keine Zeit für kurze Regeneration. Hab schon ganz vergessen, wie anstrengend es sein kann, eine Stunde lang hinzuhalten. (184/min Durchschnittspuls!) Aber das Wichtigste: Keine Schmerzen! Gratulation an Gerry Hauer, dem souveränen XC-Spezialisten für seinen Sieg (es sei ihm verziehen, dass er mich 2 Mal überrundet hat) und Dank an Regina Stiegler fürs teamübergreifende Betreuen.


Glad to be back im Dreck :)

NoCoke



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