2RadChaoten.com Stories Diverse Berichte 2011 bis heute Tapetenwechsel

Tapetenwechsel

Kurze Tage, lange Nächte, viel Grau, viel Gatsch. Wer im Winter fit bleiben will, tut gut daran, sich nach Trainingsalternativen zum Fahrrad umzusehen. Herz, Hirn und Muskel werden die Abwechslung zu honorieren wissen. Wir haben „Wödmasta“-Trainer Fritz Tröstl gefragt, welcher sportliche Seitensprung was bringt.

Der Winter ist ideal, um Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen. Prinzipiell muss man unterscheiden, ob mittels alternativer Sportarten "nur" etwas gänzlich anderes gemacht werden soll - also Spaß, Koordination u.ä. im Vordergrund stehen - oder ob es um eine der Jahreszeit angepasste Form der Konditionsförderung geht. Im Wochenmix empfiehlt sich eine gute Mischung aus Ausdauer-Training (idealerweise Outdoor an den Wochenenden) und - je einmal wöchentlich - allgemeinem Krafttraining, Indoor-Cycling und spielerischen Elementen. Außerdem hat sich der Körper jeweils ein, zwei Ruhetage verdient.
Übrigens sind auch im Winter Wettkämpfe durchaus sinnvoll. Sie steigern die Motivation und liefern intensive Trainingsreize. Wichtig ist aber, dass man nicht übertreibt und ausreichend regeneriert, um nicht schon fix und fertig in die Bike-Saison zu gehen.
Welchen Sportarten man sich letztlich zuwendet, ist neben geografischen und finanziellen Aspekten natürlich auch abhängig von persönlichen Präferenzen und vorhandener Infrastruktur. Die folgende Auflistung bietet einen Überblick über die gängigsten, im Winter praktizierbaren Sportarten - und was 2RC-Coach Fritz Tröstl - jetzt in der Pension hat der Diplom-Sportlehrer ja Zeit für derlei Expertisen - davon hält.

Übrigens: In puncto Ausrüstung tut's für viele der genannten Bewegungsformen auch alles, was der Radsportkasten hergibt. Gerade wenn's Outdoor bzw. in die Berge geht, kann aber spezifisches Material nicht schaden bzw. zur lebensnotwendigen Pflicht werden. Fündig wird man hier z.B. im Shop von Bergzeit.de


Fritz Tröstl

Aerobic
Ideal weil schnell erlernt sind Varianten, die wenig Choreografie beinhalten wie Step oder Tae Bo. Aerobic macht viel Spaß, ist koordinativ anspruchsvoll und beansprucht Muskeln, die Biker während des Jahres sträflich vernachlässigen – dementsprechend heftig ist meistens der anschließende Muskelkater.

Spiele (Squash, Badminton, Eishockey …)
Spielerische Einheiten haben einen hohen Spaßfaktor, weil sie gänzlich andere Anforderungen an Biker stellen, gesellig und reaktiv sind. Sie können Verbesserungen im intensiven Bereich bringen, allerdings sollte man den Puls nicht bewusst nach oben treiben, sondern einfach spielen, wie’s gerade passt – das tut der Psyche besonders gut.

Ergometer-/Walzen-Training
Es spricht eigentlich nichts dagegen, im Winter gänzlich aufs Indoor-Radeln zu pfeifen und die gesamte Grundlagen-Ausdauer alternativ zu trainieren. Wer aber weder Loipe noch Berg vor der Haustür hat, für den sind Walze oder Ergometer eben relativ unkomplizierte, wetter-unabhängige und zeitsparende Trainingsgeräte.




Klettern
Falsch machen kann man beim Klettern recht wenig, daraus Nutzen ziehen hingegen sehr viel. Es dient der Kraftentwicklung – gerade auch im oft vernachlässigten Rückenbereich – ist in puncto Koordination und Geschicklichkeit eine Herausforderung und wetterunabhängig.

Krafttraining
Ich halte ein normales, klassisches Krafttraining für unerlässlich. Kraft ist ein mitentscheidender Faktor beim Mountainbiken und kann im Winter ideal aufgebaut werden. Ambitionierten Freizeitsportlern empfehle ich den Besuch eines Studios, zu Hause mit Thera-Band und Hanteln zu arbeiten ist als Einstieg ok.

Langlauf (klassisch, skaten)
Egal, ob Skaten oder Klassisch: Langlaufen eignet sich perfekt zur Konditionssteigerung und ist sehr effektiv – jeder Schritt ist im Prinzip Training, es gibt keine „leeren Minuten“. Allerdings ist es ein Sport mit hohen technischen Anforderungen – professionelle Hilfe beim Erlernen ist deshalb ratsam. Viele Biker meinen, die Bewegung beim Skaten entspreche eher ihrer Oberschenkel-Muskulatur, während Klassisch eher ans Laufen erinnert.

Laufen
Wenn Laufen keine Schmerzen bereitet (Knie, Hüfte, Knöchel …), ist es ein idealer Wintersport: sehr effektiv, zeitlich flexibel, bei ziemlich jedem Wetter und an fast jedem Ort möglich. Aufpassen sollte man, dass man den Einstieg erträglich gestaltet, also mit kürzeren Einheiten beginnt.


Foto: Anderl Steiner


Foto: Löffler

Outdoor Biken
Wenn es das Wetter zulässt, sind Outdoor-Einheiten gut für die Fahrtechnik, die Psyche usw. Wirkliches Training (im Unterschied zum einfachen „Fahren“) ist aber aufgrund der Verkühlungsgefahr nicht möglich. Querfeldein als renn-orientierte Variante ist natürlich eine andere Geschichte, und allemal abwechslungsreicher als Ergometer-Einheiten.

Schitouren
Der Kraftzuwachs durchs Bergaufgehen ist enorm. Technisch ist das Schibergsteigen nicht so schwierig wie das Langlaufen (bzw. haben die meisten irgendwann einmal Schifahren gelernt), dafür bedarf es eines alpinen Wissens, was mögliche Routen, die Lawinengefahr etc. betrifft – oder man betreibt es zweckorientiert auf der Piste, verzichtet damit aber auf den Faktor Naturverbundenheit.

Schwimmen
Kaum jemand kann eine Stunde oder mehr wirklich durchschwimmen – insofern eignet sich das Schwimmen für die wenigsten als Konditionstraining, und bringt auch keinen nennenswerten Zuwachs in puncto Kraft. Allerdings ist es ein sehr gesunder und den ganzen Körper beanspruchender Sport – und damit ideal als Ausgleich.

Spinning
Gruppendynamik, fix-fertigte Programme, Musik und Moderation machen die Einheiten kurzweilig – allerdings bergen diese Punkte immer auch die Gefahr, zu intensiv zu trainieren und sich abzuschießen. Prinzipiell kann man auf einem Spinning-Rad aber extrem effektiv trainieren, weil einem alle Möglichkeiten der Steuerung (Puls, Trittfrequenz etc.) offen stehen.



Zurück





Diese Seite wurde bis jetzt 1747 Mal besucht

Newsletter / Sitemap / Impressum

Powered by Silverserver / Hosted by NYX Sportmanagement GmbH
© 2002-2017 by 2RadChaoten.com. All rights reserved.